In den letzten Jahren noch hätte man bei einer solchen Meldung "Sommerloch" oder "Saure-Gurken-Zeit" gesagt. Aber erstens scheint heute nichts mehr unmöglich und zweitens wollen offenbar Wirtschaftsjournalisten mit aller Gewalt, dass die drei großen Druckmaschinenbauer in Deutschland miteinander fusionieren. So druckte das "Handelsblatt" am 10. August 2010 ein Gespräch ab, in dem der KBA-Chef Helge Hansen gesagt haben soll, er sei offen für eine Fusion mit manroland. Noch am selben Tag meldet die Wirtschaftszeitung auf seiner Internetseite: "Koenig & Bauer blitzt bei manroland ab", um dann noch einmal in epischer Breite die Positionen der Druckmaschinenhersteller aufzuzeigen.
Wie im letzten Jahr, als in den Medien das Thema einer Fusion zwischen Heidelberg und manroland hoch schwappte, wollen wir uns auch dieses Mal nicht an den Spekulationen beteiligen, sondern uns lieber an Handfestem orientieren.
So nahm der KBA-Vorstandsvorsitzende in einer Pressemitteilung vom 13. August im Zusammenhang mit der Vorstellung der Halbjahreszahlen Stellung zu diesem Thema. Danach könne KBA trotz intensiver Suche bisher noch keine erfolgreiche Übernahme oder Kooperation mit neuen Partnern bestätigen. Dennoch halte der Vorstand weiter an seiner Absicht fest, neben der traditionellen Drucktechnik ein neues Geschäftsfeld mit Wachstums- und Ertragsaussichten aufzubauen. Helge Hansen: »Ein intensiv über verhandeltes M&A-Projekt mit einem Geschäftsvolumen von über 100 Mio. Euro ist leider an zu hohen Risiken gescheitert. Weitere Optionen verfolgen wir mit der in der aktuellen Wirtschaftslage notwendigen Sorgfalt und Geduld. Wir haben keinen Zwang zur Eile und wollen kein Abenteuer mit ungewissem Ausgang riskieren. Über ausreichende finanzielle Reserven für ein zukunftsorientiertes Engagement verfügt KBA weiterhin." www.kba.com |